Deichmann: Führend bei Schuhen

Firmenporträt der Schuhhandelskette Deichmann

Die Deichmann-Filiale am Limbecker Platz in Essen.

Kaum eine deutsche Einkaufsstraße, in der es keine Deichmann-Filiale gibt. Das Unternehmen, der größte Schuhhändler Europas, ist der Inbegriff für günstige Fußbekleidung. Der Grundstein wurde vor dem Ersten Weltkrieg in einer Schusterei in Essen gelegt.





Zuerst Schuhe für die Bergleute

1913 eröffnet Heinrich Deichmann (geboren 1888) einen Schuhmacherladen in Essen-Rohrbeck. Er leitet das Geschäft gemeinsam mit seiner Frau Julie und beginnt schnell, fabrikgefertigte Schuhe in sein Angebot aufzunehmen.

Firmenporträt der Schuhhandelskette Deichmann

Firmengründer Heinrich Deichmann mit seiner Tochter vor seinem Schuhmacherladen.

Die Nachfrage bei den Bergleuten, die ebenso robuste wie günstige Schuhe benötigen, ist groß. 1936 eröffnen die Eheleute das erste reine Verkaufsgeschäft Deichmann in Essen. 1940 stirbt Heinrich Deichmann, und seine Frau übernimmt die alleinige Leitung des Unternehmens.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kann Deichmann mit Restbeständen und Ideenreichtum das Geschäft am Laufen halten und weiter ausbauen. Unter anderem fertigten die Mitarbeiter rund 50000 Paar Schuhe aus Fallschirmgurten und Pappelholz. Außerdem richtet Deichmann eine Tauschbörse für gebrauchte Schuhe ein. 1949 wird in Düsseldorf die erste Filiale außerhalb Essens eröffnet.
Zum 50-jährigen Firmenjubiläum 1963 gibt es 16 Filialen im Ruhrgebiet. Bis 1975 wächst die Zahl der Deichmann-Läden auf 100 an. Bereits 1956 hat der Sohn Dr. Heinz-Horst Deichmann, ein Arzt, die Leitung des Unternehmens übernommen.

Expansion ins Ausland – Deichmann ist in 23 Ländern aktiv

Firmenporträt der Schuhhandelskette Deichmann

Die erste Deichmann-Filiale in Düsseldorf.

1973 übernimmt Deichmann die Schweizer Schuhkette Dosenbach, 1984 Learner Shoes in den USA und 1985 Van Haren in den Niederlanden. Während diese Unternehmen unter ihrem alten Namen weitergeführt werden, erfolgt die Expansion nach Österreich 1992 unter der Marke Deichmann. Deichmann-Filialen starten in den folgenden Jahren auch in vielen weiteren Ländern, darunter Tschechien, Dänemark, der Slowakei, Slowenien, der Türkei, Schweden, Rumänien, Kroatien, Italien, Litauen, Bulgarien, Spanien, Portugal und Bosnien-Herzegowina. Zum 100-jährigen Firmenjubiläum 2013 gehören 3500 Geschäfte mit rund 35000 Mitarbeitern zu der Firmengruppe. Weltweit wurden in dem Jahr 167 Millionen Schuhe verkauft.

Deichmann startet früh in den Online-Handel

Firmenporträt der Schuhhandelskette Deichmann

Das 2012 eröffnete Distributionszentrum von Deichmann in Monsheim.

Heinrich Deichmann, seit 1989 im Unternehmen, hatte 1999 den Firmenvorsitz der Unternehmensgruppe von seinem Vater Dr. Heinz-Horst Deichmann übernommen. Er führt die internationalen Aktivitäten weiter, setzt aber 2000 einen weiteren Meilenstein: Deichmann startet als erstes Unternehmen den Verkauf von Schuhen in einem Online-Shop. Der ergänzt das Regalsystem der Filialen. Falls dort ein Schuh nicht in der passenden Größe verfügbar ist, kann er mit wenigen Klicks online bestellt werden.
Durch die Übernahme von Traditionsfirmen wie Elefanten, Gallus und Medicus kann Deichmann ein breites Sortiment namhafter Eigenmarken anbieten. Der Fokus liegt zwar auf einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis, doch das Unternehmen betont, auch auf aktuelle Modetrends schnell zu reagieren und diese in den Kollektionen der Filialen widerzuspiegeln.
Die Akzeptanz bei den Kunden ist entsprechend groß. So ergaben Umfragen, dass 2010 rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung im Laufe des Jahres mindestens einmal eine Deichmann-Filiale besucht haben. Die Qualität der Produkte lässt Deichmann von renommierten, unabhängigen Prüfinstituten (wie dem TÜV Rheinland und dem PFI Prüf- und Forschungsinstitut für die Schuhherstellung e.V.) kontrollieren. Diese führen eine Reihe von Qualitäts-, Sicherheits-, Material- und Schadstofftests durch. Dabei sind die gesetzlichen Vorgaben immer der Mindeststandard, den Deichmann durch eigene, strengere Standards ergänzt, beziehungsweise erweitert.

Fotos: Deichmann