Dr. C Soldan: Bei Husten Em-eukal – Die Bonbons mit der rot-weißen Fahne

Porträt des Traditionsunternehmens Dr. C. Soldan

Der Klassiker – und nur echt mit Fahne: die Em-eukal-Hustenbonbons.

Sie lindern bereits seit 1923 Hustenbeschwerden, seit 1925 sind sie eine eingetragene Marke: Die Rede ist vom bekanntesten Produkt aus dem Hause des fränkischen Traditionsunternehmens Dr. C. Soldan – den Hustenbonbons der Marke Em-eukal. Der auf den ersten Blick etwas seltsam klingende Name ist schnell erklärt: Das „Em“ steht für Menthol, die Silben „eukal“ für Eukalyptus – zwei der wohltuenden Bestandteile der Hustenbonbons.

Fast untrennbar mit den Bonbons verbunden ist der Werbeslogan „Nur echt mit Fahne“, der sich auf das Markenzeichen des Lutschwerks bezieht: die rot-weiße Fahne. Sie lugt bereits bei der Einführung der Bonbons im Jahr 1923 aus deren Papier hervor, ihren Nutzen beweist sie insbesondere in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals verschreiben viele Ärzte im Ruhrgebiet den Bergarbeitern Em-eukal-Hustenbonbons zur Linderung ihrer Bronchialbeschwerden. Die clevere Verpackung mit der Fahne ermöglicht es den Kumpels, die Bonbons während der beschwerlichen und die Atemwege belastenden Arbeit unter Tage zu lutschen, ohne sie beim Auspacken mit ihren verschmutzten Fingern berühren zu müssen.

Die Anfänge der Bonbon-Macher

Die Geschichte von Eu-eukal geht zurück bis ins Jahr 1899. In Nürnberg macht sich der Carl Soldan mit einer „Medizinaldrogerie“ und Parfümerie selbstständig, parallel gründet er die „Dr. C. Soldan GmbH“. Der Firmensitz befindet sich damals am Hefnersplatz. Der vordere Teil des Hauses beherbergt die Drogerie, im Hinterhaus beginnt die Produktion von Bonbons. 1929 übernimmt Carl Soldan einen Süßwarenhersteller in der Herderstraße, der Standort wird neuer Sitz der Dr. C. Soldan GmbH.

Nach dem Tod des Firmengründers im 1931 übernimmt sein Sohn Hermann das Ruder. Im folgenden Jahr bringt das Unternehmen mit den Malzbonbons der Sorte „aecht Bayrischer Blockmalz“ seinen zweiten Klassiker auf den Markt. Die Bonbons werden über offenem Feuer gekocht und anschließend in die typischen kleinen Stücke geschlagen. Die Firma kauft außerdem eine Druckerei, die zunächst Bonbontüten für die eigenen Produkte produziert und in den Folgejahren auch lukrative Druckaufträge für große Unternehmen wie AEG und Grundig übernimmt.

Das Nürnberger Werk platzt aus allen Nähten, im Jahr 1960 verlegt Dr. C. Soldan daher die Fertigung nach Adelsdorf in Mittelfranken. 1972 bringt das Unternehmen das Vitamin-Hustenbonbon „Kinder Em-eukal“ auf den Markt. Verantwortlich für seinen Wildkirsche-Geschmack zeichnet Felix Soldan, der Enkel des Unternehmensgründers. Er hat längere Zeit in den USA gearbeitet, wo die Geschmacksrichtung Wildkirsche schon seit Jahren ein Renner ist.

Konzentration auf Kernmarke Em-eukal

Das Traditionsunternehmen Dr. C. Soldan befindet sich seit seiner Gründung in Familienhand. Seit 2005 leitet Perry Soldan den Betrieb in vierter Generation. Zum Produktportfolio zählen auch Gummibären der Sorte „Original Bärengarten“, „Tex-Schmelz“-Traubenzucker und Lakritz der 2013 übernommenen Traditionsmarke „Rheila“. Das mit Abstand wichtigste Produkt ist aber Em-eukal, das man 2008 einem Marken-Relaunch unterzogen hat und nun verstärkt international vermarkten möchte. Dr. C. Soldan beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und verzeichnet einen jährlichen Umsatz von etwa 72 Millionen Euro.

Fotos: Dr. C. Soldan GmbH