Ein dreifaches Hipp hipp hurra auf die Bio-Babynahrung!

Traditionsunternehmen Hipp im Porträt

Das Sortiment von Hipp ist im Laufe der Jahre stetig gewachsen.

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“, ist eines der berühmtesten Zitate von Altkanzler Helmut Schmidt. Gut, dass Georg und Claus Hipp nicht nach dieser Maxime gehandelt haben und stattdessen ihre Vorstellung eines biologisch-organischen Landbaus eisern weiter verfolgten. Und das zu einer Zeit, in der das Wort „Bio“ bestenfalls Kopfschütteln auslöste.



Stunde Null mit Zwiebackmehl

Aber der Reihe nach: Im Jahr 1899 arbeitete Joseph Hipp in einer Pfaffenhofener Konditorei, als er Vater von Zwillingen wurde. Seine Frau Maria konnte die beiden Babys nicht stillen, und so entwickelte Joseph eine einfache, aber geniale Lösung: Er stellte sein eigenes Zwiebackmehl her und reicherte damit Milch an. Durch das Mehl sättigte die Milch hervorragend, und die Zwillinge wuchsen prächtig. Der Erfolg des Kinderzwiebackmehls sprach sich schnell herum. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts belieferte Hipp bereits eine Reihe seiner Konditorkollegen mit seiner Erfindung, die schließlich jahrzehntelang in einer markanten gelb-schwarzen Packung verkauft wurde.
Josephs Sohn Georg Hipp nahm das Geschäft mit dem Mehl in die Hand: Schon im Alter von 16 Jahren ging er im München der zwanziger Jahre von Tür zu Tür und verkaufte Vaters Zwiebackmehl. So erfolgreich, dass er 1932 den gesamten Bereich ausgliederte und eine eigene Firma in Pfaffenhofen gründete.

Beginn der industriellen Fertigung

Mitte der Fünfziger begann Hipp, als erstes deutsches Unternehmen Babynahrung industriell in Dosen herzustellen. Aus hygienischen Gründen stellte die Firma 1959/60 auf Gläschen um – in denen wird Hipp-Babynahrung noch heute verkauft. 1964 – die Produktpalette war inzwischen schon deutlich angewachsen – trat dann Georgs Sohn Claus in den Betrieb ein. Knapp zehn Jahre zuvor hatte Georg schon damit begonnen, Obst und Gemüse auf naturbelassenem Boden und ohne chemische Zusätze anzubauen.

Hipp, der Öko-Pionier

Als Claus 1967 die Geschäftsführung übernahm, wollte er den eingeschlagenen Weg der Bio-Erzeugung fortsetzen. Aller Anfang ist schwer: Claus fuhr von Landwirt zu Landwirt und musste sich dabei mehr als einmal als „Spinner“ titulieren lassen, als er seine Ideen einer ökologisch verträglichen Landwirtschaft vorstellte. Aber seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: Heute arbeitet Hipp mit etwa 6.000 Bio-Bauern zusammen, kein anders deutsches Unternehmen verarbeitet jährlich mehr organisch-biologische Rohstoffe.
Auch heute noch ist die Hipp GmbH & Co. KG im Familienbesitz und sitzt in Pfaffenhofen. Circa 1,5 Millionen Gläschen werden pro Tag produziert, aber das Unternehmen bietet inzwischen auch weitere Produkte an: Tee, Wasser, Mikrowellenmenüs, Müslis. 2.000 Angestellte haben 2012 für einen Umsatz von 600 Millionen Euro gesorgt, davon kam über die Hälfte aus Deutschland. Wie gesagt, gut dass Claus Hipp seine Vision verfolgt hat …