Fischerwerke: Mehr als Dübel und Kinderbaukästen

Porträt des deutschen Traditionsunternehmens Fischer

Der Produktionstandort der Fischerwerke in Waldachtal-Tumlingen.

Fischer-Dübel kennt jeder, und das Konstruktionsbaukastensystem Fischertechnik machte zeitweise sogar Lego Konkurrenz. Die Befestigungstechnik ist unbestritten der zentrale Unternehmensbereich der Fischerwerke und auch Fischertechnik findet sich nach wie vor in den Spielzeugläden. Doch das Unternehmen ist mit Fischer Consulting und Fischer Automotive Systems auch auf weiteren Feldern aktiv und erfolgreich.

Fischer ist Weltmarktführer bei Dübeln

Die Befestigungstechnik ist das Herzstück der Fischerwerke. Die weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im baden-württembergischen Waldachtal wurde 1948 von Artur Fischer (94) gegründet. 1958 brachte Fischer mit dem S-Dübel aus Nylon den ersten Kunststoffdübel auf den Markt. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Unternehmen zum Marktführer in Deutschland. Die Befestigungstechnik beschränkt sich aber nicht nur auf Dübel. Unter den 14000 Artikeln finden sich auch Lösungen für Bereiche wie chemische Befestigungen, Schwerlast-Befestigungen Stahl, Hohlraum-Befestigungen, Gerüstbefestigungen, Dichtstoffe, Klebstoffe und Installationssysteme.

Porträt des deutschen Traditionsunternehmens Fischer


Dübel von Fischer aus Recycling-Material.

Darüber hinaus gehören zu den Fischerwerken der Spielzeugklassiker Fischertechnik, Fischer Automotive Systems, die unter modernsten Bedingungen am Standort Horb sowie in Tschechien, China und den USA für namhafte Kunden in der Automobilindustrie Innenraumlösungen entwickeln und produzieren, sowie Fischer Consulting, die aus den im eigenen Unternehmen entwickelten Kompetenzen und Prozessen entstand. Das vom Eigentümer und langjährigen CEO Klaus Fischer (63) eingeführte „Fischer ProzessSystem (fPS)“ soll für permanente Verbesserung in den Abläufen sorgen. Das Ziel: ein flexibles und schlankes Unternehmen, das in seiner Ausrichtung immer am Kundennutzen orientiert ist.

Vom Mittelständler zum internationalen Marktführer

Mit der Übernahme der Geschäftsleitung durch Klaus Fischer im Jahr 1980 begann eine erfolgreiche Internationalisierung des Geschäfts. Mittlerweile sind die Fischerwerke Weltmarktführer bei Dübeln und die Bezeichnung Fischer-Dübel ist synonym mit dem Begriff Dübel. Weltweit gibt es 43 Landesgesellschaften, dazu kommen Vertriebspartner in 100 weiteren Ländern. Produktionsstandorte wurden in Argentinien, Brasilien, China, Deutschland, Italien, Tschechien und den USA gegründet. 2013 erwirtschafteten die 4150 Mitarbeiter weltweit einen Umsatz von 628 Millionen Euro. Die Fischerwerke besitzen 1610 Schutzrechte (Patente und Gebrauchsmuster). Im Vergleich zu anderen deutschen Firmen werden durchschnittlich 20 mal mehr Patente pro Mitarbeiter durch das Unternehmen angemeldet.

Firmenchef mit Vision und Erfolg

Porträt des deutschen Traditionsunternehmens Fischer

Klaus Fischer ist Inhaber der Fischerwerke.

Unter der Leitung von Professor E.h. Senator E.h. E.h. Dipl.-Ing. (FH) Klaus Fischer wurde die globale Orientierung mit einem stetig wachsenden Produktsortiment angeschoben und umgesetzt. So übernahm Fischer den Wettbewerber Upat (Emmendingen) und die ROCCA Bauchemie (Denzlingen) und erwarb so zusätzliche Marktanteile und gewann Kompetenz in den Feldern chemischer Befestigungen und Stahlankern. Klaus Fischer trieb gleichzeitig die Internationalisierung voran: Gesellschaften im Ausland wurden gegründet oder gekauft, Produktionsstandorte in Europa, Asien und den USA aufgebaut.
1987 definierte Klaus Fischer das Leitbild der Firma, in dem das Unternehmensziel und die für alle Mitarbeiter verbindlichen Verhaltensweisen beschrieben sind: innovativ, eigenverantwortlich, seriös. Gleichzeitig setzte er auf die Einführung neuer Organisationsstrukturen und Führungsmethoden.

Neben dem Ausbau zur Unternehmensgruppe zum führenden Befestigungsspezialisten legten die Fischerwerke 1982 mit der CBOX, einem Aufbewahrungssystem für Musikkassetten, den Grundstein für den Einstieg ins Automobilgeschäft. Daraus entstand der Geschäftsbereich Fischer Automotive Systems.

Die Unternehmensgruppe hat mit neun Prozent eine überdurchschnittliche Ausbildungsrate. Gleichzeitig gibt es ein breites Weiterbildungsprogramm (Sprach- und Kreativkurse, Seminare, Auslandsaufenthalte und ähnliches) für die Mitarbeiter. Die Fischerwerke setzen auf Qualitätsmanagement (zertifiziert nach DIN ISO 9001) und aktiven Umweltschutz.

Fotos: fischerwerke GmbH &Co. KG