Hela – Die mit der großen roten Flasche mit dem grünen Deckel

Feuriger Klassiker: Der „Hela Curry Gewürz Ketchup delikat“

Feuriger Klassiker: Der „Hela Curry Gewürz Ketchup delikat“

Feuriger Klassiker: Der „Hela Curry Gewürz Ketchup delikat“[/caption]Es ist das Jahr 1963, als das Familienunternehmen Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH erstmals eine feurige Würzsoße in den Handel bringt, die es so noch nicht gegeben hat – und die trotz zahlloser Nachahmungspräparate bis heute der meistverkaufte Ketchup Deutschlands ist. Wir sprechen natürlich vom „Hela Curry Gewürz Ketchup delikat“ – dem in der roten Flasche mit den Rillen und dem knallgrünen Deckel.

Die Geschichte von Hela reicht bis ins Jahr 1893 zurück. Der im preußischen Schafau geborene Herman Laue kommt im Alter von 14 Jahren nach Hamburg und beginnt beim Drogerie- und Kräuterhändler Carl H. Rose & Co. im Stadtteil Barmbek als Lehrling. 1904 wird er zum Prokuristen ernannt, nur rund ein halbes Jahr später übernimmt er die Firma und benennt sie am 16. August 1906 in „Herman Laue“ – kurz Hela – um. Statt Kräuter und Drogerieartikel zu verkaufen, handelt die Firma jetzt mit Gewürzen.

Umzug in die „Schanze“

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erhält das Unternehmen die „Erlaubnis zum Handel mit ganzen und gemahlenen Gewürzen, Gewürzsalzen, Därmen gesalzen, Därmen trocken, Gelatine, Konservierungssalzen und sonstigen für das Schlachtergewerbe in Frage kommenden Waren für das Reichsgebiet“. Die Geschäfte florieren, 1928 zieht die Firma in die Kampstraße im Schanzenviertel – heute als Szenequartier „Schanze“ deutschlandweit bekannt – und damit in die unmittelbare Nähe zum Hamburger Schlachthof.
Der Zweite Weltkrieg bedeutet dann auch für Herman Laue die Stunde null, 1946 nimmt das Familienunternehmen den Betrieb wieder auf – mit zunächst drei Mitarbeitern. 1949 treten seine Söhne Kurt und Rudolf in das Unternehmen ein, bis 1951 ist die Mitarbeiterzahl auf immerhin 17 gestiegen.

Tod von Herman Laue und Neuausrichtung

Am 16. April 1954 stirbt Hermann Laue, in der Folge teilen sich seine Söhne die Geschäftsführung. Kurt übernimmt dabei die kaufmännische Leitung, Rudolf den Einkauf der Gewürze und Rohstoffe sowie den Vertrieb. Damit einher geht eine Neuausrichtung, die Firma setzt verstärkt auf den Vertrieb von Gewürzmischungen sowie Hilfsstoffen für die Fleisch- und Wurstherstellung.

Innovationen aus dem Hause Hela

1960 präsentiert das Unternehmen eine erste Innovation, die sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt: Portionspäckchen mit Zucker, Salz und Gewürzen, die zunächst an Fluggesellschaften wie Lufthansa und noch im selben Jahr auch an Gastronomiebetriebe verkauft werden. Drei Jahre später ist es dann mit Innovation Nummer zwei soweit: Hela erfindet den Gewürzketchup, bringt neben der berühmten Curry-Variante auch die Geschmacksrichtungen „Schaschlik“ und „Tomate“ auf den Markt.
In den folgenden Jahren expandiert das Familienunternehmen, gründet Niederlassungen unter anderem in Österreich, Singapur, Kanada und Frankreich. 1981 startet die Produktion sogenannter gecoateter Gewürze, die durch eine spezielle Ummantelung vor dem Austrocknen geschützt sind. 1989 beginnt die Verlagerung des Firmensitzes in das bei Hamburg gelegene Ahrensburg, 1991 ist der Umzug abgeschlossenen. Die Expansion geht weiter, 1999 wird eine Niederlassung in Peking gegründet.

Die Familie hält das Ruder in der Hand

Bis heute hat bei Hela die Familie Laue das Sagen. Seit 1983 leitet Herman Laues Enkel Björn die Geschäfte, 2010 werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Sein Sohn und Nachfolger in spe Alexander tritt in das Familienunternehmen ein. Das Ziel von Herman Laues Urenkel ist, die Firma noch stärker zu internationalisieren – und dafür zu sorgen, dass Hela weiterhin in Familienhand bleibt.

Foto: Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH