Lufthansa – vom betulichen Staatsbetrieb zum Aviation-Konzern

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Lufthansa Boeing B747-400 auf dem Rollweg vor dem C/D Riegel auf dem Flughafen Frankfurt (ABVO) Foto: Ingrid Friedl Lufthansa: 05.2008 080514_FRA_CD_02

Lufthansa – dieser Name steht überall auf der Welt für deutsche Tugenden – für Pünktlichkeit, Sauberkeit, Service. Und das schon seit langer Zeit. Zum ersten Mal wird das Unternehmen im Januar 1926 unter dem Namen Deutsche Luft Hansa AG (ab 1933 Deutsche Lufthansa AG) gegründet. Es stellt den Flugbetrieb nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 ein und wird 1951 liquidiert.

1953 erfolgt in Westdeutschland der Neustart unter dem Namen LUFTAG, Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf. 1954 wird sie in Deutsche Lufthansa AG umbenannt. Bis 1962 ist die Fluggesellschaft zu nahezu 100 Prozent im Staatsbesitz.

Hinter dem Eisernen Vorhang geht am 1. Juli 1955 ebenfalls eine Fluggesellschaft an den Start – und auch sie nennt sich zunächst Deutsche Lufthansa. 1958 wird sie in Interflug umbenannt, da die Regierung der DDR sich nicht die entsprechenden Namensrechte gesichert hatte.

Vom Staatsbesitz aufs Börsenparkett

Am 1. April 1955 führt die westdeutsche Lufthansa ihren ersten Linienflug durch. Sie agiert auf den Flughäfen von Hamburg und Köln und später von Frankfurt. Alliierte Rechte verbieten den Anflug auf Berlin.

Ab 1960 setzt Lufthansa die vierstrahlige Boeing 707 auf der Langstrecke ein. Sie strukturiert das gesamte Liniennetz um. 1966 geht die Airline an die Börse.

In den Siebzigerjahren kauft die Fluglinie Jumbos – Großraumflugzeuge mit zwei Gängen in einem erheblich breiteren Rumpf. So beginnt ein neues Zeitalter des Fliegens mit mehr Bewegungsfreiheit und verbessertem Service. Nach den Ölkrisen von 1973 und 1979 gelingt es der Lufthansa, den Treibstoffverbrauch deutlich zu reduzieren.

Ab 1980 wird das Fliegen erschwinglich und das Flugzeug in der Folge zu einem Massenverkehrsmittel. Lufthansa wandelt sich zu einem modernen Unternehmen mit neuem Design, neuer Corporate Identity und Marktorientierung. Ab 1990 startet Lufthansa durch zum Aviation-Konzern.

Die Gründung der „Star Alliance“

Erste Landung einer Lufthansa Boeing 747 anlaesslich des Großflugtages auf dem Flughafen Graz-Thalerhof am 15. September 1984. Foto: Deutsche Lufthansa AG / 15.09.1984 ASD-GRZ-18-F2

Erste Landung einer Lufthansa Boeing 747 anlässlich des Großflugtages auf dem Flughafen Graz-Thalerhof am 15. September 1984. Foto: Deutsche Lufthansa AG / 15.09.1984 ASD-GRZ-18-F2

Nach der Wiedervereinigung 1989 darf die Fluggesellschaft wieder Kurs auf Berlin nehmen. 1997 wird sie komplett privatisiert. Im Zuge der Wirtschaftskrise geht das Unternehmen Kooperationen und Allianzen ein und wird zum Gründungsmitglied der „Star Alliance“.
Für das neue Jahrtausend setzt das Unternehmen auf Innovation und Qualität. Ende 2001 bestellt sie 15 Airbus A380. Die regionalen Märkte werden neu organisiert. Sie beglückt die Passagiere mit einer neuen Business Class.

2005 verleibt der Konzern sich die SWISS als eigenständige Airline ein. Ein Jahr später kauft die Lufthansa als erster Kunde 20 Boeing 747-8 Intercontinental. Sie erwirbt British Midland und Austrian Airlines komplett sowie 45 Prozent an Brussels Airline. 2010 wird der erste Airbus A380 geliefert – mit einer neuen First Class sowie einer verbesserten Business und Economy Class. Mit Internet an Bord und der mobilen Handybordkarte setzt sie neue Standards in der Fliegerei.

Als weltweit erster Kunde erwirbt Lufthansa die erheblich geräusch- und verbrauchsärmere Boeing 747-8 mit Flat Beds in der Business Class. Ab 2013 bestellt die Fluggesellschaft 59 hochmoderne und verbrauchsarme Langstreckenflugzeuge.

Die Tochtergesellschaft Germanwings erfindet sich komplett neu und übernimmt den Europaverkehr der Muttergesellschaft außerhalb der Flughäfen Frankfurt und München.

Heute präsentiert sich die Deutsche Lufthansa als globaler Luftverkehrskonzern mit nahezu 500 Tochter-und Beteiligungsgesellschaften sowie etwa 250 Destinationen. Sie betätigt sich in den fünf Geschäftsbereichen

  • Passage Airline Group
  • Technik
  • Logistik
  • IT-Services und
  • Catering.

Die Passage Airlines Group umfasst Austrian Airlines, Brussels Airline, Germanwings, JetBlue, SWISS und SunExpress. Im Mai 2014 übernimmt Carsten Spohr den Vorstandsvorsitz. Wolfgang Mayrhuber ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Bilder: Lufthansa