Schwarz Cranz: Mit Tradition zum Erfolg

Das Familienunternehmen Schwarz Cranz ist ein gutes Beispiel für die gelungene Symbiose zwischen Tradition und Moderne. Der fleischveredelnde Betrieb hat sich dabei voll und ganz der Produktion seiner vorwiegend traditionell hergestellten Schinken- und Wurstspezialitäten verschrieben – eine über 160-jährige Geschichte, die verpflichtet.

Eine Frau in der Männerdomäne Wurstproduktion

Geschäftsführerin Kristin Schwarz

Geschäftsführerin Kristin Schwarz

Einst war Schwarz Cranz eine kleine Landschlachterei, heute verbirgt sich hinter dem Namen ein moderner Lebensmittelbetrieb. Doch eines hat sich bis heute nicht geändert: die feinste Qualität der Waren, hergestellt nach alter Tradition. Mittlerweile sorgen mehr als 500 Mitarbeiter von Schwarz Cranz im niedersächsischen Neu Wulmstorf täglich dafür, dass diese in den größtenteils nach alter Rezeptur hergestellten Spezialitäten bewahrt wird. Auch Qualität und Frische stehen dabei klar im Vordergrund – dafür sorgt Kristin Schwarz, die das Traditionsunternehmen bereits in sechster Generation leitet. Die 39-Jährige ist seit 1999 im Unternehmen, seit 2010 ist die zweifache Mutter alleinige Gesellschafterin. Seitdem krempelte die studierte Betriebswirtin den Betrieb in seinen Strukturen komplett um, verdreifachte die Mitarbeiterzahl und steigerte den Umsatz von 40 Millionen auf 130 Millionen Euro im Jahr 2013. Zudem führte sie modernste IT-Systeme ein und setzte auf ein straffes Controlling sowie auf eine lückenlose Qualitätskontrolle. Ihr Credo dabei: Qualität geht vor Rendite. Für die erfolgreiche Umstrukturierung wurde sie ebenfalls im Jahr 2013 sogar als Familienunternehmerin des Jahres ausgezeichnet. Der Start in diesen Job war für Kristin Schwarz allerdings eine Herausforderung – entsprach sie doch als Frau, noch dazu als Betriebswirtin, so gar nicht der Tradition des vormals nur von männlichen Fleischermeistern geführten Unternehmens Schwarz Cranz.

Schwarz Cranz: der Weg zum Lebensmittelbetrieb

Der erste in dieser Reihe war Kristin Schwarz‘ Urururgroßvater Johann Tobias Schwarz. Bereits 1852 gründete er im Dörfchen Cranz vor den Toren Hamburgs seine kleine Landschlachterei, die von Generation zu Generation weitergegeben werden sollte – und dabei zu einem modernen Lebensmittelbetrieb wurde. Neben Kristin Schwarz‘ Urgroßvater Paul Wilhelm, der 1909 nicht nur die berühmte Altländer Mettwurst erfand, sondern auch das erste Kühlhaus von Schwarz Cranz erbaute, war es vor allem dessen Sohn, der den kleinen Betrieb endgültig auf den Weg zum Großunternehmen brachte.
Paul Wilhelm Otto Schwarz hatte das Unternehmen 1945, drei Jahre nach dem Tod seines Vaters, übernommen – direkt, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war. Besonders die Wirtschaftswunderjahre nach dem zweiten Weltkrieg nutzte er geschickt, um den Vertrieb auszubauen. So wurde ein Lkw gekauft, um die umliegenden Geschäfte mit Ware zu beliefern und um die Schwarz Cranz-Produkte auch direkt von der Ladefläche zu verkaufen – eine Investition, die mit langen Schlangen und Erfolg gekrönt wurde. Auch Rückschläge wie die Überflutung der Fabrik im Jahr 1950 konnten Paul Wilhelm Otto Schwarz nicht vom Aufbau eines Großunternehmens abhalten, die endgültige Wende kam im Jahr 1954 mit dem Bau neuer Schlacht- und Büroräume. Ab 1964 begann man bei Schwarz Cranz dann, sich vollends auf die Produktion zu konzentrieren – die Schlachtung wurde abgegeben.

Erfolgreich mit feinster Qualität

1970 übernahm Paul-Otto Schwarz den Betrieb und initiierte erstmals einen Direktverkauf auf dem Firmengelände. Gut 20 Jahre später zog Schwarz Cranz aus Kapazitätsgründen aus dem Alten Land nach Neu Wulmstorf – auch hier wurde wieder ein Direktverkauf eingerichtet, der vor allem durch sein umfangreiches Sortiment an Rohwurst- und Brühwurstspezialitäten überzeugt. Doch auch feinstes Steak, saftigen Braten und viele andere Fleischleckereien gibt es hier – für den täglich wechselnden Mittagstisch sogar schon fertig zubereitet. Zudem werden Lebensmittelmärkte und Discounter in ganz Deutschland mit den Wurstwaren von Schwarz Cranz beliefert.
In der Produktion steht vor allem die Tradition im Mittelpunkt – hier kommen überwiegend die alten Rezepturen zum Einsatz. So wird die berühmte Altländer Mettwurst noch immer fein über Buchenholz geräuchert oder der Landschinken per Hand gesalzen und luftgetrocknet – das sorgt für den besonderen Geschmack der Produkte. Besonders die Qualität spielt eine Rolle – hochmoderne Technologie und sorgsamste Kontrollen sorgen für einen gleichbleibend hohen Standard der Wurstspezialitäten. Und das zeichnet sich aus: Jahr für Jahr wird Schwarz Cranz für die hohe Qualität von der DLG, der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen prämiert und gehört hier sogar zu „den Besten“ – eine Auszeichnung für Unternehmen, die über mindestens 15 Jahre hinweg ihre überdurchschnittlichen Standards unter Beweis stellen konnten. Die größte Auszeichnung sei aber die Treue der Kunden, die oftmals auch schon über Generationen hinweg besteht – so sieht es zumindest Wiebke Krüger, Mitglied der Geschäftsleitung von Schwarz Cranz.

Schwarz Cranz: mit Tradition in die Moderne

Zusatzstoffe, Aromen oder Geschmacksverstärker kommen bei Schwarz Cranz nicht in die Wurst. Stattdessen setzt das Unternehmen auf natürliche und hochwertige Rohstoffe – am besten aus der Region. Damit werden auch beim Einsatz der Zutaten die Schwarz Cranz-Produkte nach alter Tradition gefertigt – ganz so, wie es sich für ein Traditionsunternehmen gehören sollte.

Bilder: Schwarz Cranz