Opel – mit Vollgas in die Zukunft

Opel - Die Marke mit mehr als 150 Jahren Tradition.

Opel Oldtimer

Die Adam Opel AG – neben Mercedes Benz, Volkswagen, Audi und BMW einer der ganz großen Autobauer in Deutschland – parkt gerade um. Nach einer mehr als 150-jährigen wechselhaften Firmengeschichte wagen die Rüsselsheimer jetzt den Spurwechsel: weg vom etwas angestaubten Mittelstandsfahrzeug hin zum komfortablen und technisch innovativen Trendsetter. Begonnen hatte alles mit ein paar Basteleien.



Am Anfang war die Nähmaschine

Was heute Opel ist, war ursprünglich ein Kuhstall, in dem Nähmaschinen gefertigt wurden – und zwar von Adam Opel, der dort 1863 ein Unternehmen gründete. 1885 beschäftigte er, inzwischen in andere Räumlichkeiten umgezogen, bereits 300 Mitarbeiter, die jährlich 18.000 Nähmaschinen produzierten. Um die Jahrhundertwende war klar, dass die Zukunft des Opel-Werkes nicht in dieser Branche liegen würde. Inzwischen waren eine Million Nähmaschinen gebaut worden, und der weitere Absatz stagnierte.

Im Fahrrad lag die Zukunft

Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig, die fünf Söhne von Adam Opel, begeisterten ihren Vater von der Idee des Fahrrads. 1886 wurde das erste Opel-Fahrrad, ein Hochrad, verkauft. Die Opel-Brüder, alle erfolgreiche Radrennfahrer, trugen zur Popularität der Opel-Fahrräder bei und sorgten dafür, dass Opel bis 1920 zum größten Fahrradhersteller der Welt aufstieg. Adam Opels Frau Sophie eröffnete zeitgleich einen neuen Geschäftszweig: die Herstellung von Automobilen. Bereits 1899 wurde der „Opel Patent-Motorwagen System Lutzmann“ fertiggestellt. Opels erstes Automobil hatte 3,5 PS und fuhr ganze 20 Stundenkilometer schnell. Heinrich Opel gewann mit einem solchen Modell 1901 ein Bergrennen am Königsstuhl bei Heidelberg.

Mit dem Automobil rasant voran

1906 verließ das tausendste Automobil die Fabrik – im gleichen Jahr wurde die erste Zweigniederlassung in Berlin gegründet. 1910 hatte Opel im Bereich Automobile bereits einen Marktanteil von 12,3 Prozent. Das Firmenwachstum schritt stetig voran: 1920 rief das Unternehmen den ersten Betriebsrat ins Leben, 1926 konnte der Preis für den damals populären Familienwagen „Laubfrosch“ von ursprünglich 4.500 Mark auf 1.990 Mark gesenkt werden, womit einer breiteren Bevölkerungsschicht die Möglichkeit eröffnet wurde, ein Automobil zu erwerben. 1940 lief der ein millionste Opel – ein Kapitän – vom Band. Mit mehr als 25.000 Mitarbeitern war das Unternehmen inzwischen der größte Automobilhersteller Europas. Im Krieg wurden die Produktionsanlagen weitgehend zerstört, erst 1950 konnte der Wiederaufbau des Rüsselsheimer Werkes abgeschlossen werden. Modelle wie der Rekord, der Kadett, der Admiral oder der Diplomat und später der Manta, der Ascona oder der Corsa spielten künftig im Straßenbild eine entscheidende Rolle.

Allein 2013 hat das Unternehmen 207.461 Fahrzeuge produziert – damit entfallen 7,03 Prozent der in Deutschland erteilten Zulassungen auf die Marke Opel. Fahrzeuge des deutschen Autoriesen sausen heute über Autobahnen, Straßen und Pisten auf der ganzen Welt.


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