Ritter Sport: Das Quadrat fürs Sportjacket

Porträt des Traditionsunternehmens Alfred Ritter GmbH

Quadratisch und beliebt: Ritter Sport zählt zu den meistverkauften Schokoladenmarken in Deutschland

Ob es Liebe auf den ersten Blick war, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass es die Liebe zu süßen Naschereien war, die Alfred und Clara Ritter, geborene Göttle, miteinander verband. Und dass es Claras Liebe zum Sport zu verdanken ist, dass die quadratische Ritter Sport das Licht der Schokoladen-Welt erblickte. Begeben wir uns zurück in das Jahr 1912, als alles seinen Anfang nahm.

In selbigem Jahr gehen der Konditor Alfred Eugen Ritter und Clara Göttle, Inhaberin eines Süßwarengeschäfts, den Bund der Ehe ein. Sie gründen im Stuttgarter Stadtteil Cannstatt einen Betrieb zur Herstellung von Schokolade und Zuckerwaren. 1919 bringt das Ehepaar seine erste Schokoladensorte in den Handel. Sie nennen sie Alrika – der Markenname steht für „Alfred Ritter Cannstatt“.

Taschentauglich, ohne zu brechen

Den Durchbruch bringt aber eine andere Sorte – Sie ahnen sicher schon, welche. 1932, zwei Jahre nach dem Umzug des Unternehmens nach Waldenbuch, präsentiert Clara dem Rest der Familie ihr Konzept einer Schokolade, die speziell für die Mitnahme zum Sport geeignet ist. „Machen wir doch eine Schokolade, die in jede Sportjackettasche passt, ohne dass sie bricht, und das gleiche Gewicht hat wie die normale Langtafel“, wirbt Clara für die einer quadratischen Tafel – und zum Glück geht der Rest der Familie auf ihren wegweisenden Vorschlag ein. „Ritter’s Sport Schokolade“ heißt die Sorte, die noch 1932 in den Handel gebracht wird und schnell zum Markenzeichen des Unternehmens avanciert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg steht die Produktion der Tafeln erst einmal still, es fehlt an Kakao. Der ist ab 1950 wieder uneingeschränkt verfügbar und es geht mit dem Unternehmen schnell wieder bergauf. 1970 wird der berühmte Werbeslogan „Quadratisch. Praktisch. Gut“ geboren und die Joghurtschokolade erfunden. 1974 führt man die „Bunte Palette“ ein, jede Sorte bekommt ihre charakteristische Farbe verpasst. 1976 folgt mit dem Knick-Pack eine weitere Innovation. Die Quadratur der Schokoladentafel zur heutigen Ritter Sport ist komplett.

Juristischer Erfolg gegen Stiftung Warentest

2013 versetzte die Stiftung Warentest das Unternehmen, das in dritter Generation familiengeführt wird, in helle Aufregung. Die Sorte „Ritter Sport Voll-Nuss“ erhielt die Testnote „mangelhaft“. Der Grund: Die Tester vermuteten, dass die Alfred Ritter GmbH bei den Angaben zu den Zutaten geschummelt hat. Dort sind nur natürliche Aromen aufgeführt. Das in der Schokolade enthaltene Piperonal, ein Aromastoff mit Vanille- und Mandelgeruch, könne aber nach Meinung des Testinstituts in den benötigten großen Mengen nicht auf natürliche Weise gewonnen werden.

Die Stiftung Warentest schlussfolgerte daraus, dass das Piperonal in „Ritter Sport Voll-Nuss“ chemisch hergestellt sei. Gegen diese Behauptung erwirkte die Alfred Ritter GmbH eine einstweilige Verfügung. Zudem entschied das Oberlandesgericht München im September 2014, dass ein auf einer bloßen Schlussfolgerung basierendes Testurteil „mangelhaft“ angesichts des großen Einflusses der Stiftung Warentest keine sachlich gerechtfertigte Kritik an der getesteten Ware darstelle. Die Stiftung akzeptierte zähneknirschend das Urteil und gab bekannt, den Rechtsstreit nicht fortsetzen werde.

Foto: Screenshot ritter-sport.de