ritterwerk: Edle Küchenhelfer Made in Germany

Porträt des Traditionsunternehmens ritterwerk

Firmensitz in Gröbenzell

Das bayerische Traditions-
unternehmen ritterwerk GmbH ist Spezialist für hochwertige Küchen-Allesschneider und Kleingeräte, die sich platzsparend in die Schubladen von Küchenschränken einbauen lassen. Die Firma setzt bei ihren in Deutschland gefertigten Produkten auf eine Gestaltung im Bauhaus-Stil – und konnte dafür zahlreiche Designpreise einsammeln.

Am Anfang steht die Messerputzmaschine

Die Geschichte der ritterwerk GmbH beginnt 1905 mit der Gründung der Firma „F. Ritter & Sohn“. Firmengründer Franz Ritter konstruiert mit seinem Filius Franz eine neuartige Messerputzmaschine – der Bedarf dafür ist groß. Rostfreien Stahl gibt es noch nicht, das Anlaufen und Rosten der Bestecke ist für Hausfrauen ein großes Ärgernis. Die bereits erhältlichen Messerputzmaschinen arbeiten mit Lederscheiben, die oft von den zu reinigenden Messern zerschnitten werden. Franz Ritter entwickelt daher eine Maschine mit Bürsten, die er sich patentieren lässt.

Porträt des Traditionsunternehmens ritterwerk

Die Bürsten-Messerputzmaschine

Die Geschäfte mit der Bürsten-Messerputzmaschine laufen prächtig, eine größere Produktionsstätte muss her. 1912 zieht das Unternehmen aus dem Münchener Stadtteil Sendling nach Pasing. Die Signale stehen auf Wachstum: Beschäftigt der Familienbetrieb 1914 noch 25 Angestellte, wächst die Mitarbeiterzahl bis 1921 auf 67. Ende der 20er Jahre sind es bereits 130 Angestellte. Sie produzieren monatlich rund 10.000 Messerputzmaschinen, die zunächst noch per Schubkarren zum Verkauf in die Münchener Innenstadt transportiert werden. Im Jahr 1925 erhält das Fabrikgebäude ein komplettes zusätzliches Stockwerk, neue Maschinen zur Herstellung der Messerputzmaschinen werden ebenfalls angeschafft.

Porträt des Traditionsunternehmens ritterwerk

Firmengründer Franz Ritter

Die beiden Weltkriege bleiben nicht ohne Auswirkungen auf das Unternehmen. 1915 wird Franz Ritter verpflichtet, in seiner Produktionsstätte Granathülsen herzustellen. Im Zweiten Weltkrieg muss die Firma dann Behälter für Gasmasken produzieren. Von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise bleibt der Betrieb ebenfalls nicht verschont, zu Beginn der 30er Jahre sind in der Fabrik gerade mal noch sechs Arbeiter beschäftigt.

Rostfreier Stahl macht Messerputzmaschinen überflüssig

In dieser Zeit sinkt der Bedarf an Messerputzmaschinen dramatisch. Der Grund: Es kommen immer mehr Bestecke aus rostfreiem Stahl auf den Markt, der Absatz an Maschinen bricht ein. Ein sogenannter Bürstenbinder bleibt noch bis in die 50er Jahre bei F. Ritter & Sohn beschäftigt, um defekte Putzmaschinen zu reparieren.
Franz Ritter macht aus der Not eine Tugend, konstruiert zusammen mit seinen beiden Schwiegersöhnen neuartige Geräte für den Haushalt und die Gastronomie. 1932 präsentiert er seine erste per Handkurbel betriebene Brotschneidemaschine. Ihr folgen zahlreiche patentierte Innovationen wie ein Rettichschneider, eine Erdbeerzange und eine Zitronenschnitzelpresse.

Bald dreht sich fast alles um Allesschneider

Nach dem Tod von Firmengründer Franz Ritter im Jahr 1938 führen seine Tochter und deren Ehemann Hans Koch den Betrieb weiter. In der Folge verzeichnet das Unternehmen einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Viele neue Produkte wie der Spardeckel und der Schneidboy avancieren in den 50er Jahren zu Kassenschlagern. 1968 bringt der Familienbetrieb den ersten elektrischen Allesschneider auf den Markt, im selben Jahr folgt die Einbauvariante. 1969 begibt sich Firmenchef Hans Koch in den Ruhestand. Die Firma wird verkauft und 1970 in ritterwerk GmbH umbenannt.
1982 zieht das Unternehmen mit seinen knapp 150 Mitarbeitern an den heutigen Standort in der Gemeinde Gröbenzell nahe München. In der ehemaligen Fertigungsstätte in Pasing befindet sich heute übrigens das bekannte Kultur- und Bürgerzentrum Pasinger Fabrik.

Porträt des Traditionsunternehmens ritterwerk

Fertigung in Gröbenzell

In den 80er Jahren macht sich das Unternehmen einen Namen als Spezialist für Einbau-Allesschneider. Die Entwicklung und Herstellung von Allesschneidern in Deutschland wird in der Folge weiter ausbaut. 2009 weitet ritterwerk sein Sortiment aus, ein Einbau-Toaster zur Montage in Küchenschubladen kommt auf den Markt. Heute führt das Unternehmen auch Wasserkocher und Toaster für den Tischgebrauch im Programm, bietet zudem weitere Einbaulösungen für die Küchen an, darunter Waagen und Brotbehälter.

Made in Germany + Bauhaus-Design = ritterwerk

Bis heute werden alle Produkte der ritterwerk GmbH am Standort Gröbenzell gefertigt. Eine weitere Konstante ist das spezielle Design der Geräte, für das der 2013 verstorbene Produktdesigner Karl Dittert verantwortlich zeichnet. Von 1967 bis 2005 entwirft er zahlreiche Geräte, die der funktionalen Gestaltungslinie des Bauhaus‘ der 20er Jahre folgen. Diese Designsprache setzt sich auch bei den ritterwerk-Geräten neueren Ursprungs fort –das Unternehmen räumt dafür bis heute regelmäßig Designpreise ab.

Fotos: ritterwerk GmbH