Schaeffler – Präzisionsprodukte für alles, was sich bewegt

Firmenporträt der Schaeffler Gruppe

Die Firmenzentrale der Schaeffler Gruppe in Herzogenaurach.

Die Schaeffler Gruppe mit Stammsitz im mittelfränkischen Herzogenaurach entwickelt und produziert Hochpräzisionsprodukte für alles, was in Bewegung ist – ob in Maschinen und Anlagen oder in Automobilen und der Luft- und Raumfahrt. Die Firmengruppe kann sich mit Fug und Recht Global Player nennen, ist weltweit in 49 Ländern mit etwa 170 Standorten aktiv. Der wichtigste Geschäftsbereich sind Zulieferprodukte für die Automobilindustrie.

Die drei Marken FAG, INA und LuK

Der Erfolg des Unternehmens ruht auf drei Säulen: den Produktmarken INA, LuK und FAG.

Unter der Marke INA (Industrie Nagellager) entwickelt und produziert Schaeffler seit mehr als 60 Jahren Wälzlager, Gleitlager und Linearführungen für den Maschinenbau sowie Motorenelemente für die Automobilindustrie.

Die älteste der drei Produktmarken ist FAG (Fischers Aktien-Gesellschaft), gegründet vom Erfinder Friedrich Fischer. Fischer gelingt 1883 die Konstruktion einer Kugelschleifmaschine, mit der sich erstmals gehärtete Stahlkugeln absolut gleichmäßig rund schleifen lassen – und das zudem in großer Stückzahl. Mit dieser Erfindung legt Fischer den Grundstein für die in der Folge boomende Wälzlager-Industrie. FAG zählt zu den renommiertesten Marken für Anwendungen in Maschinenbau, Automobilindustrie sowie Luft- und Raumfahrt, gilt als führend in den Bereichen Kugellager und Präzisionslager.

LuK (Lamellen und Kupplungsbau) vertreibt seit mehr als 40 Jahren Systeme und Komponenten für den Antriebsstrang von Fahrzeugen in alle Welt, hier sind vor allem Kupplungen und Getriebesysteme zu nennen.

Der Gesamtumsatz der Schaeffler Gruppe betrug im Jahr 2013 rund 11,2 Milliarden Euro, der Konzern beschäftigt weltweit mehr als 80.000 Mitarbeiter.

NS-Vergangenheit erst spät aufgearbeitet

Der offizielle Startschuss für Schaeffler fällt 1946, als die Brüder Georg und Wilhelm Schaeffler gemeinsam die INA gründen. Doch diese Gründung hat eine Vorgeschichte, die der Schaeffler Gruppe viel Kritik beschert hat. 1940 kauft Wilhelm die Firma Davistan des 1933 aus Deutschland geflohenen jüdischen Unternehmers Ernst Frank auf, offenbar rund 30 Prozent unter dem eigentlichen Wert.

Der Historiker Gregor Schöllgen, der von Schaeffler mit der späten Aufarbeitung der Firmengeschichte beauftragt wird, stellt 2009 aber klar: „Ausschlaggebend für den Besitzerwechsel und den relativ günstigen Kaufpreis sind die Schieflage der Firma und die Suche der Gläubigerbanken nach einer Lösung, nicht die politischen Rahmenbedingungen, wenn diese auch dem Käufer zugespielt haben.“ Die von Kritikern kolportierten Verbindungen Wilhelms „zur NSDAP oder einer ihrer Organisationen haben beim Kauf keine Rolle gespielt“, so der Wissenschaftler. Allerdings seien die Brüder ab Sommer 1943 massiv im Rüstungsgeschäft tätig gewesen und hätten in ihrem Betrieb Zwangsarbeiter beschäftigt – womit sie laut Schöllgen aber wie die „meisten deutschen Industriellen dieser Zeit“ handelten.

Den Turbulenzen folgt die Konsolidierung

INA ist also der Grundstein der Schaeffler Gruppe, die Marke LuK wird deutlich später, im Jahr 1965, von den Brüdern aus der Taufe gehoben. Die FAG erwirbt die Unternehmensgruppe sogar erst im Jahr 2001 – im Rahmen einer sogenannten feindlichen Übernehme, die ein großes Thema in der Presse ist und durch die das Unternehmen Schaeffler erst einem breiteren Kreis der Bevölkerung bekannt wird.

Für Turbulenzen sorgt auch die Übernahme des Automobilzulieferers Continental, die die Schaeffler Gruppe 2009 in eine existenzbedrohende finanzielle Schieflage bringt. Im selben Jahr wird der ehemalige Finanzchef der Dresdner Bank, Klaus Rosenfeld, neuer Finanzvorstand bei Schaeffler. Ihm gelingt es, den Konzern wieder in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren.

Fotos: Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach