Stihl – Motorsägen aus Leidenschaft

Porträt des Traditionsunternehmens Stihl

Firmengruender Andreas Stihl, Jahrgang 1896, mit der legendären Motorsäge STIHL Contra.

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Dieser vielzitierte Satz des Autors Thomas Morus (1478 – 1535) lässt sich ohne weiteres auf den Waiblinger Maschinenbau-Riesen Stihl übertragen: Seit der Gründung im Jahr 1926 ist die Familie Stihl verantwortlich für die Geschicke des Unternehmens. Auch wenn sich die Stihls 2002 aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen haben, bestimmen sie im Beirat alle wichtigen Entscheidungen. Tradition bedeutet bei Stihl aber auch Konstanz bei der Produktqualität: Wer sich für ein Gerät von Stihl entscheidet, konnte und kann sich sicher sein, dass er ein Premiumprodukt erwirbt.



Die weltweit erste Elektrokettensäge

Schon im Jahr 1926, gleich nach Firmengründung, kann Andreas Stihl ein bahnbrechendes Produkt anbieten: die weltweit erste Elektrokettensäge. Schwer und unhandlich ist sie zwar, immerhin bringt das Gerät ein Gewicht von etwa 50 Kilogramm auf die Waage und muss von zwei Mann bedient werden. Aber im Vergleich zu den bis dahin verbreiteten Äxten und Zugsägen bedeutet sie eine enorme Arbeitserleichterung, bewältigt sie doch Stämme von bis zu 120 Zentimetern Durchmesser. Drei Jahre später, die Welt ist bereits von der Weltwirtschaftskrise erfasst, stellt Stihl seine neue Innovation vor: die erste Säge mit Benzinmotor, sechs PS stark bei 46 Kilogramm Gewicht. Dieses Modell entwickelt zum ersten Exportschlager in der Geschichte von Stihl und wird in großen Stückzahlen nach Kanada, Russland und in die USA ausgeführt. 1930 kommt dann auch die erste Einmann-Säge auf den Markt. Sie wiegt noch mehr als 25 Kilogramm.

Eine Motorsäge wird zur Legende

Traditionsunternehmen Stihl im Porträt

Stihl-Sägen: Gleichbleibend hohe Qualität durch saubere Fertigung.

Als 1944 bei einem Bombenangriff das Stihl-Werk in Bad Cannstatt zerstört wird, zieht die Firma nach Neustadt an der Rems, das heute ein Stadtteil von Waiblingen ist. Nach Kriegsende beginnt Andreas Stihl damit, seine Firma in Waiblingen wieder aufzubauen. Der größte Durchbruch gelingt Stihl im Jahr 1959, als ein Produkt auf den Markt kommt, das später zur Legende wird: die Benzinmotorsäge Stihl Contra erreicht bei nur zwölf Kilogramm Gewicht eine Leistung von sechs PS. Damit setzt sich die Motorisierung der Waldarbeit durch, in weniger als zwei Jahren werden 200.000 Stück von dem Modell produziert. Stihl exportiert die Contra in die ganze Welt und muss sogar Flugzeuge chartern, um die Nachfrage in Übersee bedienen zu können.
1971 ist Stihl der größte Hersteller von Motorsägen weltweit. In den Siebziger arbeitet die Firma daran, die Ergonomie und Sicherheit seiner Sägen zu verbessern – so bekommen die Modelle zum Beispiel Antivibrationsgriffe und Gashebelsperren. 1988 entwickelt Stihl den weltweit ersten Katalysator für Zweitaktmotoren, die den Ausstoß schädlicher Kohlenwasserstoffe um 60 bis 80 Prozent verringern. Auch heute zeigt sich Stihl als innovationsfreudig: Motorsägen mit Akkubetrieb und elektronischem Motormanagement sogen für leises und abgasfreies Arbeiten – ob im Wald oder im Garten. Bei Stihl steht Tradition eben für Flamme und nicht für Asche.