Trigema: Ein Textilhersteller lässt den Affen los

Porträt des Traditionsunternehmens Trigema

Der Affe ist los: Der kultverdächtige Trigema-Schimpanse geht 1990 erstmals auf Sendung.


„Hallo Fans, Trigema produziert ausschließlich in Deutschland“: Mit diesen Worten werden die TV-Zuschauer im legendären Trigema-Werbespot begrüß – von einem Schimpansen mit Brille, Hemd und Krawatte. Reklame von Trigema ohne den Affen – undenkbar. Dabei ist der Textilhersteller aus dem baden-württembergischen Burladingen nur durch Zufall zum Affen gekommen.

Der Startschuss fällt im Jahr 1990. Kurz vor der „Tagesschau“ um 20 Uhr geht erstmals der Trigema-Spot mit dem sprechenden Schimpansen auf Sendung. Die erste Version des Werbeclips wird bis 1992 ausgestrahlt, es folgen diverse Abwandlungen. 1996 hat der Trigema-Chef Wolfgang Grupp seinen ersten TV-Auftritt, kultig ist die etwas gestelzte Anmoderation durch den Schimpanden: „Was sagt der Inhaber Herr Grupp dazu?“

So kommt Trigema zu seinem Affen

Die Vorgeschichte des „Affentheaters“: Ein Produzent von Werbefilmen bietet Trigema einen TV-Spot an, der ursprünglich für einen Großkonzern angefertigt worden ist. Doch dem Konzern gefällt der Clip nicht. Der Textilhersteller ist zu der Zeit eh auf der Suche nach einer aufsehenerregenden Werbeidee und greift zu. Der Spot wird mit einer neuen Tonspur unterlegt – der Rest ist Geschichte.

Firmengründung, kriegsbedingte Flaute und Wiederaufbau

Apropos Geschichte: Die Anfänge von Trigema – die Kurzform für „Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer“ – gehen auf das Jahr 1919 zurück. Damals erwerben die Brüder Josef und Eugen Mayer eine stillgelegte Fabrik in Burladingen und gründen die „Mechanischen Trikotwarenfabriken Gebr. Mayer KG. Bereits 1922 gehen die Geschwister wieder getrennte Wege. Eugen eröffnet eine eigene Firma, Josef führt als alleiniger Inhaber die Trikotwarenfabriken weiter. Binnen zwei Jahrzehnte macht er aus dem kleinen Unternehmen einen florierenden Großbetrieb mit 800 Beschäftigten.

1939 tritt Franz Grupp ins Unternehmen ein. Der Schwiegersohn von Josef übernimmt schon bald wichtige Funktionen in der Geschäftsleitung. Nach dem Zweiten Weltkrieg muss Trigema zunächst kleine Brötchen backen, den Anfang macht die Produktion von Unterwäsche im bescheidenen Maßstab. Die Währungsreform 1948 führt rasch zu einem kräftigen Wachstum, es geht wieder aufwärts. In den 1960er Jahren wird das Sortiment um hochwertige Damenoberbekleidung und eine erste Tenniskollektion erweitert.

Die Ära Wolfgang Grupp beginnt

1969 löst der heutige Alleininhaber und Firmenchef Wolfgang Grupp seinen Vater Franz als Geschäftsführer ab. Er setzt auf die gerade in Mode kommenden T-Shirts und verkleinert die Produktpalette, baut die Trikotwarenfabrik über die Jahre in eine moderne Produktionsstätte für Freizeitbekleidung um. Trigema beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter und produziert ausschließlich in Deutschland – ein Umstand, der auch in den legendären Werbespots mit dem Affen immer wieder herausgestellt wird.

Fotos: Trigema Inh. W. Grupp e.K.