VW – der Golf steht für den Erfolg des Autoherstellers

1974 kam der erste VW Golf auf den Markt – und revolutionierte eine ganze Branche. Inzwischen kann der Wagen auf sieben Generationen zurückblicken und der Konzern auf mehr als 30 Millionen verkaufte Golfs. Ein unfassbarer Erfolg, der anfänglich vor allem darauf zurückzuführen ist, dass man mit dem Golf Käufer gewinnen konnte, die sich zuvor für den Käfer entschieden hätten.

Der Golf löst den Käfer ab

Volkswagen startet Kampagne fuer den neuen Golf SportsvanDer Käfer war schon in den Dreißiger- und Vierzigerjahren das Lieblingsauto der Deutschen und wurde bis 2003 gebaut. Auch weil er sich zu einem weltweiten Schlager entwickelte. Bis ihn 2002 der Golf überflügelte, wurde kein Auto öfter an den Mann gebracht als der VW Käfer: insgesamt 21,65 Millionen Mal.

Aber zurück zur Geschichte des Erfolgskonzerns VW: 1949 erhält die Bundesrepublik die Treuhänderschaft über den Autobauer, das Land Niedersachsen die Verwaltung. 1950 beginnt die Produktion des VW-Transporters „Bully“. Im August 1955 knackt die VW-Käfer-Produktion die Eine-Million-Marke. 1965 übernimmt VW die Auto Union GmbH von Daimler-Benz und bekommt Zugang zu neuen Technologien. Später geht der Neuerwerb in die Audi AG auf.

Vom Käfer zum New Beetle

Im Februar 1972 bricht der VW Käfer mit 15 Millionen produzierten Autos den Produktionsrekord des Ford „Tin Lizzy“. 1973 folgt der erste Passat mit Frontantrieb und wassergekühltem Vier-Zylinder-Motor. Ein Jahr später kommt der VW Golf, der sich wie gesagt schnell zum Verkaufshit und Nachfolger des Käfers entwickelt. Im gleichen Jahr erscheint der sportliche Flitzer Scirocco, 1976 der erste Golf GTI. Mitte der Siebzigerjahre verlegt das Unternehmen die Produktion des Käfers kostenbedingt nach Mexiko.

1998 führt VW den New Beetle als Fun Car in den US-Markt ein. 2002 stößt das Unternehmen mit dem beliebten Touareg-Geländewagen in das Premium-Segment vor. Mit dem VW Sharan positioniert es sich erfolgreich im Markt der Nischenfahrzeuge. Ferdinand Piëch beginnt als Vorstandsvorsitzender die neue Strategie der Vernetzung der Plattformen, um seine Typenvielfalt kostengünstig zu vergrößern. 2007 zieht der frühere Audi-Chef Martin Winterkorn als Vorstandsvorsitzender in den Volkswagen-Konzern ein.

Größter europäischer und global führender Autobauer

Inzwischen hat sich VW in Europa zum größten Autohersteller entwickelt und gehört weltweit zu den führenden Autobauern. Das Geschäft teilt sich operativ in die Segmente Automobile sowie Finanzdienstleistungen ein. Im Automobilsegment produziert VW Autos für die Kleinwagen-, Mittel- und Luxusklasse. Zusätzlich stellt es Nutzfahrzeuge wie Busse und Lastkraftwagen her. Zum Automobilbereich gehören die Marken Audi, Bugatti, Bentley, Ducati, Lamborghini, Porsche, Volkswagen, Seat, Skoda, Scania, MAN und VW Nutzfahrzeuge. Jede Marke agiert in ihren Märkten eigenständig. Der Geschäftsbereich Finanzdienstleistungen bündelt das Leasing- und Flottengeschäft, Versicherungen sowie die Kunden- und Händlerfinanzierung. Der Konzern ist zudem zu etwa 20 Prozent an Nippons Autohersteller Suzuki beteiligt.

Der Unternehmenssitz liegt in Wolfsburg, wo Anfang des Jahrhunderts mit der „Autostadt“ auch eine Art Erlebniswelt für PS-Fans eröffnet wurde. Der Autobauer unterhält mit 572.800 Mitarbeitern weltweit 61 Produktionsstätten. Die Pkw werden in etwa 153 Ländern verkauft. Hauptmärkte im außereuropäischen Ausland sind Lateinamerika, Afrika sowie der Nahe Osten. Größte Aktionäre sind die Porsche Automobilholding mit 50,73 Prozent, das Land Niedersachsen mit 20 Prozent und die Katar Holding mit 17 Prozent der Stammaktien.

Bilder: Volkswagen