Diamant Fahrräder – bereit für die nächste Etappe

Diamant Fahrräder – bereit für die nächste EtappeIm Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Fahrrad, wie wir es heute kennen. Seine „Ahnen“ sind die Draisine sowie das Hoch- und das Niederrad. Den Begriff Fahrrad benutzte man in Deutschland erstmalig 1885, als Alternative zum bis dahin geläufigen Veloziped. Zehn Jahr später produzieren die Brüder Friedrich und Wilhelm Nevoigt in ihrer Fabrik in Chemnitz ihr erstes Fahrrad unter dem Produktnamen „Diamant“. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens schien unaufhaltsam, überstand sogar zwei Weltkriege. Doch dann kamen die Wiedervereinigung und die Globalisierung. Und die Diamant Fahrradwerke standen plötzlich kurz vor dem Aus. Erst als 2002 das US-Unternehmen Trek Bicycle Corporation Diamant kaufte, ging es wieder bergauf: Im Jahr 2010 konnte Diamant das 125-jährige Firmenjubiläum feiern – und endlich wieder schwarze Zahlen.

Der gute Ruf gehört zum Kapital der Diamant GmbH

Inzwischen werden bei Diamant etwa 150.000 Räder im Jahr produziert, klassische „Diamanten“, aber auch Rennräder für die Marke Trek. Der Herstellungsprozess ist vorbildlich globalisiert: Entworfen werden die Räder in den Niederlanden, getestet in den USA, vermarktet aus der Schweiz. Auch maßgeschneiderte Spitzenräder für Preise bis zu 15.000 Euro bietet man an.

Diamant-Fahrräder haben immer noch einen hervorragenden Ruf, der mit der Tradition zusammenhängt: In den Zwanzigerjahren war Diamant eine bei Radrennfahrern besonders beliebte Marke. Trotzdem geriet das Unternehmen in Turbulenzen, die Wirtschaftskrise verschonte damals in Deutschland kaum jemanden. Zu neuer Blüte gelangte Diamant erst wieder zu DDR-Zeiten: Allein 1953 produzierte man als VEB 295.000 Räder und beschäftigte fast 2.000 Menschen.

Ein Diamant hält ewig – das gilt auch die gleichnamigen Fahrräder

Ab 1978 gab die DDR-Regierung Diamant-Fahrräder auch für den Export frei. In der Bundesrepublik wurden die Räder unter dem Namen Diadem vermarktet. Mit dem Ende der DDR kommt es 1990 zu einem Namenswechsel bei Diamant. Aus dem VEB Elite-Diamant wird die Elite-Diamant GmbH. Sieben Jahre später folgte die Übernahme von Diamant durch die Schweizer Villiger Gruppe, sodass das zehnmillionste produzierte Fahrrad ein Jahr später unter neuer Leitung gefeiert wurde. Inzwischen war der Produktionsstandort von Chemnitz ins nahegelegene Hartmannsdorf verlegt worden, die alte Fabrikhalle war zu groß geworden – moderne Produktionsanlagen ersetzen inzwischen viele Arbeiter. Gleichgeblieben ist aber, dass die Käufer sich auf die Qualität und Haltbarkeit der Räder verlassen können.

Diamant ist ein Traditionsunternehmen, das zwar manchmal drohte, aus der Bahn geworfen zu werden, aber inzwischen wieder voll in der Spur ist. Und mit Sicherheit auch die nächsten Etappen mit viel Einsatz und Willen meistern wird.

Bildrechte: Diamant