Eberspächer – Global Player im Dienst der Automobilindustrie

Porträt des deutschen Traditionsunternehmens Eberspächer

Die Unternehmensgruppe Eberspächer hat Standorte in 27 Ländern

Von einem kleinen Handwerksbetrieb für Glasdächer zu einem der größten Hightech-Zulieferer für die Autoindustrie: Die familiengeführte Traditionsunternehmen Eberspächer zählt fast alle führenden Autohersteller zu seinen Kunden. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Baden-Württemberg verfügt über 67 Standorte in 27 Ländern auf der ganzen Welt.

Gläserne Zeiten

Als Jakob Eberspächer 1865 in Esslingen am Neckar einen kleinen Handwerksbetrieb gründet, wird er in seinen kühnsten Träumen nicht geglaubt haben, dass sich daraus ein multinationales Unternehmen entwickeln wird. Doch genauso kommt es – auch wenn dazu ein Branchenwechsel nötig ist. Doch der Reihe nach.
Jakob Eberspächer spezialisiert sich schon bald auf metallgefasste Dachverglasungen. Sein Betrieb stellt in der Folge Glasdächer für Bahnhöfe, Fabrikgebäude und Luftschiffhangars her. 1899 verstirbt Eberspächer, seine Frau Friederike leitet den Betrieb weiter. Unterstützung erhält sie von ihrem Sohn Adolf, seit 1894 im Unternehmen, und ab 1906 auch von ihrem zweiten Sohn Paul. 1914 wird der Betrieb erweitert und an den heutigen, auch in Esslingen befindlichen Standort verlagert.

Erste Niederlassungen im Ausland

1925 arbeiten bei Eberspächer bereits 350 Angestellte. Aufträge aus ganz Europa trudeln ein, die Geschäfte gehen gut. So gut, dass 1928 gleich drei Niederlassungen im Ausland ihre Fabriktore öffnen: Die Firma betreibt jetzt auch in Italien, Polen und dem heutigen Tschechien eigene Fabrikationsstätten. Ein Highlight in der frühen Unternehmensgeschichte: Im Jahr 1929 fertigt Eberspächer das neue Glasdach für den Bahnhof von Mailand.

Kehrtwende Richtung Autoindustrie

Die 1930er Jahre markieren einen Einschnitt – und legen den Grundstein für den späteren Aufstieg zum Global Player. Begünstigt durch die räumliche Lage in der Autoregion rund um Stuttgart und Kontakten zum Hersteller Daimler wendet sich Eberspächer der rasant wachsenden Automobilindustrie zu. 1913 startet die Produktion von Schalldämpfern für Autos, die die Auspuffgeräusche der Fahrzeuge reduzieren. Zwei Jahre später beginnt man mit der Konstruktion von Fahrzeugheizungen, Eberspächer wird sich zum Weltmarktführer für elektrische Autoheizungen empor schwingen. Ein zweiter Werksbereich muss her, die Arbeiten dafür starten im Jahr 1934.

Porträt des deutschen Traditionsunternehmens Eberspächer

Die Firmenzentrale in Esslingen am Neckar

Der Automobilzulieferer startet durch

Während des Zweiten Weltkriegs muss Eberspächer wie so viele andere Unternehmen Rüstungsgüter produzieren, der Firma werden dafür auch Zwangsarbeiter zugewiesen. In der Nachkriegszeit stellt der Betrieb wieder zivile Güter her, zunächst dringend benötigte Waren wie Prothesen, kleine Herde zum Kochen und Arztkoffer aus Metall. Doch schon 1947 beginnt die Entwicklung eines Turboladers, Eberspächer nimmt wieder als Autozulieferer Fahrt auf. 1953 läuft die Serienproduktion von Standheizungen sowie Schalldämpfern für den VW Käfer an. 1965 knallen die Sektkorken: Zum hundertsten Firmengeburtstag durchbricht Eberspächer die Umsatz-Schallmauer von 100 Millionen DM.

Internationalisierung und geschäftlicher Erfolg

Porträt des deutschen Traditionsunternehmens Eberspächer

Einbau einer Fahrzeugheizung

Die Zeichen stehen auch in den Folgejahren auf Expansion. 1974 nimmt Eberspächer die Serienproduktion von Katalysatoren auf. 1975 stellt man mit der „B1L“ die erste Fahrzeugheizung vor, die direkt in den Fahrgastraum eingebaut werden darf. Die Entwicklung von Rußpartikelfiltern geht im Jahr 1978 los. Internationalisierung rückt in den Fokus der geschäftlichen Ausrichtung. In den 1980er Jahren entstehen Produktionsstätten in Schweden, Frankreich und der Schweiz, in der 90ern folgen Werke in Südafrika, Tschechien, den USA, England, Brasilien und Polen. Zum 125jährigen Firmenjubiläum 1990 meldet Eberspächer erstmals einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde DM.

Das Familienunternehmen macht sich fit für die Zukunft

Zehn Jahre später sind es bereits 2,5 Milliarden DM. Weitere Niederlassungen unter anderem in Indien, China, Russland, Korea und Japan werden gegründet, durch Firmengründungen und Zukäufe erweitert Eberspächer sein Portfolio und stellt sich für die Zukunft auf. So ist die Firma seit 2008 auch im Bereich Auto-Vernetzung aktiv, bietet zudem seit 2014 Klimaanlagen für Busse an. Der Umsatz im Jahr 2013 beträgt 2,9 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 7.900. Geleitet wird das Unternehmen aktuell von Heinrich Baumann, der zur fünften Generation der Familie Eberspächer zählt.

Fotos: Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG