Faber-Castell – ein Bleistift schreibt Geschichte

faber-castell41761 beginnt der Schreiber Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg mit der Produktion eigener Bleistifte. Damit legt er den Grundstein für den heute weltgrößten Hersteller für Schreibwaren: Faber-Castell. In der 8. Generation leitet heute der Vorsitzende Graf Anton Wolfgang von Faber das Unternehmen. Die Unternehmensphilosophie setzt dabei sowohl auf bewährte Tradition und zeitloses Design als auch auf Innovation und Kreativität. Der hohe Qualitätsstandard der Produkte sowie die selbst gesteckten anspruchsvollen Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zeichnen den Schreibgerätehersteller zusätzlich aus.

Heute produzieren mehr als 7.000 Mitarbeiter in 14 Produktionsstätten weltweit über zwei Milliarden holzgefasste Faber-Castell Blei- und Farbstifte pro Jahr und erwirtschaften damit einen Jahresumsatz von etwa 580 Millionen Euro. Mit 25 Vertriebsgesellschaften und Handelsvertretungen in 120 Ländern sind Faber-Castell Schreibwaren heute auf der ganzen Welt bekannt und geschätzt.

Vom Handwerksbetrieb zur modernen Fabrik – Faber-Bleistifte erobern die Welt

Nach der Unternehmensgründung entwickelt sich die Bleistiftmanufaktur von Kaspar Faber schnell zu einem florierenden Handwerksbetrieb. Sein Sohn Anton Wilhelm Faber gründet bereits die erste Faber Bleistift-Fabrik am Rande von Stein bei Nürnberg, dem heutigen Stammsitz der Firma A.W. Faber-Castell.

1839 übernimmt Lothar Faber die Unternehmensführung. Von seinen Lehrjahren im Ausland bringt Lothar Faber moderne Fertigungsmethoden mit nach Deutschland. Er verfolgt das ehrgeizige Ziel, sich „auf den ersten Platz emporzuschwingen, indem ich das Beste mache, was überhaupt in der Welt gemacht wird“, wie er selbst es ausdrückt.

Lothar Faber erwirbt eine eigene Grafit-Mine in Sibirien und erschließt seiner Firma damit eine unabhängige und hochwertige Rohstoffquelle. Zudem führt er 1851 eine bis heute gültige Bleistiftnorm ein und schafft mit dem Markenzeichen „A.W. Faber“ das erste Markenschreibgerät der Welt. Außerdem ist Faber mit seiner Petition an den Deutschen Reichstag einer der Wegbereiter für das 1875 in Kraft tretende Markenschutzgesetz in Deutschland.

Von Faber zu Faber-Castell – ein Weltkonzern entsteht

Nach dem Tod von Lothar Faber im Jahre 1896 übernimmt die älteste Enkeltochter Ottilie Faber die Bleistiftfabrik. Durch ihre Heirat mit Graf Alexander zu Castell-Rüdenhausen ändert sich der Nachname des Ehepaares in Faber-Castell. Die Firma bringt 1905 die besonders hochwertige Bleistiftserie „Castell“ heraus. 1908 folgen die Künstlerfarbstifte „Polychromos“, die sich rasch zu einem Verkaufsschlager entwickeln.

Nach den Wirren des Ersten und Zweiten Weltkriegs erzielt Faber-Castell mit dem Fallminenstift „Castell TK“ für technische Zeichner internationale Erfolge. Ein Jahr später erfolgt der Einstieg in die Kugelschreiber-Produktion. In den Sechziger- und Siebzigerjahren kommen Textmarker und Faserstifte hinzu. Seit 1978 leitet Anton Wolfgang von Faber-Castell das Unternehmen als alleiniger Geschäftsführender Gesellschafter. Er restrukturiert die Produktpalette auf folgende Kernbereiche:

  • Produkte für Kinder
  • Produkte für Künstler und Hobbykünstler
  • Produkte für Studium und Büro
  • Produkte zum Beschriften und Hervorheben
  • Form und Funktion

Dazu kommt die eigenständige Unternehmenssparte Faber Cosmetics, die seit 1978 exklusive Kosmetikstifte produziert.

Nachhaltigkeit und Sozialkompetenz werden bei Faber-Castell großgeschrieben

Schon Lothar Faber schafft in seinem Unternehmen helle, luftige Räume, eigene Arbeiterhäuser sowie Konsumgesellschaften und Kindergärten. Dazu kommt Bayerns älteste Betriebskrankenkasse sowie eine eigene Rentenkasse für die Beschäftigten.

Heute sorgt die Sozial-Charta Faber-Castell aus dem Jahre 2000 weltweit in allen Niederlassungen für von der ILO empfohlene Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen. Die Umstellung auf die umweltfreundliche Wasserlacktechnologie sowie ökologische Forstwirtschaft und nachhaltige Ressourcensicherung leisten außerdem wertvolle Beiträge zum Umweltschutz.

Bildnachweis: Faber-Castell AG