Vaillant – Behagliche Wärme nicht nur im Bad

Firmenportät des Traditionsunternehmens Vaillant

Gasheizung, Ölheizung, Solartechnik – Vaillant blickt auf 140 Jahre Erfahrung in Sachen Heiztechnik zurück.

Alles begann mit einer kaputten Bierleitung: Nach seiner Ausbildung als Kupferschläger und Pumpenmacher kommt der junge Johann Vaillant 1874 nach Remscheid, wo er in einer Gaststätte besagte Bierleitung repariert. Der Wirt ist von Vaillants Arbeit beeindruckt und bringt den 23-jährigen Kaiserswerther auf die Idee, sich selbstständig zu machen. Tatsächlich: Am 1. August 1874 gibt Johann, geboren als zehntes Kind des Schneidermeisters Franz Theodor Vaillant und seiner Frau Maria, in der Remscheider Zeitung die Gründung des Unternehmens Joh. Vaillant bekannt.

Eine Revolution in den Badezimmern

Genau 20 Jahre später gelang Vaillant eine wahrlich bahnbrechende Innovation: Am 21. Juli 1894 meldete er unter der Nummer 18788 beim Deutschen Patentamt in Berlin seine Erfindung eines Gasbadeofens im „geschlossenen System“ an und sorgte für eine Revolution in den Badezimmern: Zum ersten Male konnte Wasser erhitzt werden, ohne das es mit dem Heizgas in Berührung kam. Die Vorteile gegenüber dem alten offenen System waren frappant. Die neue Lösung arbeitete deutlich hygienischer, außerdem war es endlich möglich, die Wassertemperatur zu regeln. Kurz gesagt, Vaillant hatte den Boiler erfunden!

Eine Heizung bringt Wärme in alle Zimmer

Durch diese Entwicklung nimmt die Firma Vaillant einen rasanten Aufschwung: Schon 1897 muss das Unternehmen in eine größere Betriebsstätte umziehen. Auch zu Beginn des neuen Jahrhunderts zeigt Vaillant Innovationskraft: Im Jahr 1905 entwickelt Johann Vaillant eine Wandausführung des Gasbadeofens und somit eine Möglichkeit, die bis dato recht klobigen Geräte in jedem Raum unterzubringen. Unter dem Namen „Geyser“ wird dieser neuartige Badeofen in die ganze Welt exportiert. Damit nicht genug: 1924, vier Jahre nach dem Tod von Firmengründer Johann Vaillant, entwickelt und baut Vaillant den ersten Zentralheizungskessel der Welt. Wo vorher noch jeder Raum im Gebäude einen eigenen Ofen oder Kamin benötigte, können sie nun von einer zentralen Stelle aus beheizt werden – in den einzelnen Zimmern müssen nur noch Radiatoren aufgestellt werden. 1955 wird der einmillionste „Geyser“ seit der Währungsreform produziert.

Vaillant goes international

1961 sorgt Vaillant wieder einmal für Bewegung auf dem Markt für Heiztechnik: Mit dem „Circo-Geyser MAG-C20“ kommt das erste wandhängende Gas-Zentralheizung auf den Markt. Ebenfalls 1961 wird die erste internationale Vaillant-Tochtergesellschaft in Dänemark gegründet – der Grundstein für die international operierende Vaillant Group von heute. In den folgenden Jahren gesellen sich Niederlassungen in den Niederlanden, Österreich, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien hinzu. Während die „Swinging Sixties“ Europa erfassten, wurde in Remscheid weiter getüftelt: Heraus kam zum Beispiel der „Combi-Geyser VWC 20“; ein Gerät, welches erstmals eine Heizung mit der Warmwasserversorgung kombinierte (1967).

Vorreiter in Sachen Umweltschutz

Schon im Jahre 1991 setzt Vaillant konsequent auf Nachhaltigkeit: Mit einem schadstoffarmen Thermoblock steht das Unternehmen auch in Sachen Umweltschutz in erster Reihe. Eine Position, die in den folgenden Jahrzehnten durch Entwicklungen beispielsweise in der Solarenergietechnik weiter untermauert wird. In der jüngeren Vergangenheit führte Vaillant das europaweit erste Kraft-Wärme-Kopplungssystem ein – das „mikro-BHKW ecoPOWER 1.0“ zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom in Ein- und Zweifamilienhäusern (2011).

Ein Hase als unverwechselbares Maskottchen

Heute beschäftigt Vaillant weltweit über 12.000 Mitarbeiter und setzte 2013 knapp 2,4 Milliarden Euro um. Geblieben sind der Standort Remscheid und die Tatsache, dass sich das Unternehmen zu 100 Prozent im Familienbesitz befindet. Alles unter dem wachsamen Auge des Firmenmaskottchens, dem Hasen im Osterei, der seit 1899 für ein unverwechselbares Markenprofil steht.